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CNC Schnittdaten-Rechner

Optimale Schnittdaten für Drehen, Fräsen und Bohren — Drehzahl, Vorschub, Zeitspanvolumen — mit rotierendem Gauge und Geschwindigkeitsvergleich.

Empfohlene Schnittgeschwindigkeiten vc [m/min]:
HSS / HSS-E
25
HM beschichtet
120
VHM Vollhartmetall
200
Wendeschneidplatten
280
764
Drehzahl n [min⁻¹]
153
Vorschub vf [mm/min]
1.5
Zeitspanvolumen [cm³/min]
120
Schnittgeschw. vc [m/min]
Drehzahl-Visualisierung
764min⁻¹0015k
Spanquerschnitt
10.0 mm²ae = 5 mmap = 2 mm

CNC-Schnittdaten — der Schlüssel zu Produktivität und Standzeit

Die richtige Wahl von Schnittgeschwindigkeit, Drehzahl, Vorschub und Spantiefe entscheidet über Produktivität, Werkzeugstandzeit und Teilequalität. Zu langsame Schnittdaten verschwenden Maschinenzeit und Energie. Zu hohe Werte zerstören Werkzeuge vorzeitig, erzeugen schlechte Oberflächen und gefährden die Maschine. Das optimale Schnittdaten-Fenster ist oft unerwartet eng — und variiert stark mit Werkstoff, Werkzeug, Kühlmittel und Bearbeitungsart.

n = (vc × 1000) / (π × D) Spindeldrehzahl n [min⁻¹] | vc = Schnittgeschwindigkeit [m/min] | D = Werkzeugdurchmesser [mm]
vf = fz × z × n Vorschub vf [mm/min] | fz = Vorschub je Zahn [mm/Z] | z = Zähnezahl | n = Drehzahl [min⁻¹]
💡
Praxis-Tipp: Beginnen Sie immer mit 70–80 % der Katalog-Schnittgeschwindigkeit und steigern Schritt für Schritt. Bei gutem Spanbruch, sauberem Spanabfluss und gleichmäßigem Geräusch können Sie vorsichtig bis zur Herzogskurve (Taylor-Standzeit-Optimum) erhöhen. Vibrationen oder „Pfeifen" signalisieren Instabilität — sofort reduzieren.

Zerspanungsarten und ihre besonderen Anforderungen

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CNC-Drehen

Drehendes Werkstück, stehendes Werkzeug. Hohe Schrupp-vc möglich (bis 400 m/min bei Stahl mit CBN). Spantiefe ap und Vorschub f bestimmen Rauhigkeit Ra ~ (f²/8r_ε).

⚙️

CNC-Fräsen

Rotierendes Werkzeug, bewegtes Werkstück. Gleichlauf empfohlen für VHM-Fräser. Radialer Eintauchwinkel ae/D entscheidend für Spanstärke und Schnittkraft.

🎯

CNC-Bohren

Axialer Vorschub fn [mm/U], Schnittgeschwindigkeit vc an der Schneidenspitze maßgebend. Spänne müssen sicher ausgetragen werden — entscheidend bei tiefen Bohrungen (L/D > 5).

🔩

Gewindelingen / Gewindeschneiden

Gewindebohren: vc = 5–20 m/min (HSS), bis 80 m/min (VHM). Gewindefräsen erlaubt höhere vc und passt bei schwer zerspanbaren Werkstoffen besser als Gewindebohrer.

Schnittgeschwindigkeiten wichtiger Werkstoff-Werkzeug-Kombinationen

Werkstoff vc Schruppen [m/min] vc Schlichten [m/min] Empfohlenes Werkzeug
Baustahl S235/S355120–200200–350VHM TiAlN-beschichtet
Einsatzstahl 16MnCr5100–150150–250VHM TiCN, Kühlmittel
Edelstahl 1.4301 (V2A)60–10080–150VHM AlTiN, Gleichlauf
Aluminium AlMgSi300–600500–1000VHM 3-schneider, poliert
Grauguss GJL-250150–250200–350WCMT-Wendeplatten
Titan Ti-6Al-4V40–7060–100VHM unbeschichtet, viel Kühlmittel
Kunststoff PA66/POM200–500300–700HSS oder VHM, scharfe Schneiden

Spangeometrie und Spanbildung — warum Spanbruch entscheidend ist

Die Spanbildung ist der entscheidende Indikator für korrekte Schnittdaten. Guter Spanbruch bedeutet: kontrollierter Abfluss, keine Spanknäule an der Schneide, reproduzierbare Oberfläche. Das Span ist der Spiegel der Bearbeitung:

  • Stahlblau verfärbte Späne: Normales Zeichen bei Stahl ohne Kühlmittel — akzeptabel bei Schruppen
  • Brennende / leuchtende Späne: Zu hohe Schnittgeschwindigkeit oder unzureichende Kühlung → sofort reduzieren
  • Fanggespäne / Wickelspäne: Zu großer Vorschub oder falscher Schnittwinkel → VHM-Bruch möglich
  • Aufbauschneidenbildung: Zu geringe Schnittgeschwindigkeit bei Aluminium und Stahl → vc erhöhen oder Schmiermittel
  • Schleifspäne: Zu kleiner Vorschub → Werkzeugverschleiß durch Reiben statt Schneiden

Werkzeugstandzeit nach Taylor — optimale Schnittwerte

Die Taylor'sche Standzeit-Gleichung beschreibt den Zusammenhang zwischen Schnittgeschwindigkeit und Werkzeugstandzeit empirisch:

T × vc^(1/n_T) = C_T T = Standzeit [min] | vc = Schnittgeschwindigkeit [m/min] | n_T, C_T = werkzeug- und werkstoffspezifische Konstanten

Typische Taylor-Exponenten n_T: HSS = 0,1–0,15 (sehr empfindlich auf vc), Hartmetall = 0,2–0,35, Keramik = 0,4–0,6 (weniger empfindlich). Für VHM gilt: Verdopplung der Schnittgeschwindigkeit → Standzeit sinkt auf ca. 1/8 bis 1/32 des Ausgangswerts. Die optimale Schnittgeschwindigkeit für minimale Kosten liegt immer unter der für minimale Bearbeitungszeit.

Zerspanungsvolumen und Maschinenauslastung

Q = ap × ae × vf / 1000 Zerspanungsvolumen Q [cm³/min] | ap = Axialtiefe [mm] | ae = Radialtiefe [mm] | vf = Vorschub [mm/min]

Das Zerspanungsvolumen Q bestimmt den Nettostromverbrauch des Motors und ist ein direktes Maß für die Produktivität einer Bearbeitungsoperation. Bei kleinem Schrupp-Fräser mit hohem Q wird die Motorgrenze schnell erreicht — hier helfen mehr Zähne, Gleichlauf oder Trochoidal-Fräsen (HPC/HSM).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Herstellerempfehlungen im Katalog bieten den besten Ausgangspunkt — sie sind werkzeugspezifisch und meist für Standardmaterialien kalibriert. Von dort empfiehlt sich ein Stufentest: 70 % → 85 % → 100 % → 115 % der Katalog-vc, je 5–10 Bearbeitungen pro Stufe, und Standzeit beobachten. Das Taylor-Optimum liegt dort, wo die Kosten pro Teil (= Maschinenkosten/Zeit + Werkzeugkosten) minimal sind — meistens bei 70–90 % der maximalen Standzeit-vc.

Titan (Ti-6Al-4V) hat eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit (6,7 W/mK vs. 50 W/mK bei Stahl). Etwa 80 % der Schnittenergie wird als Wärme in der Span-Werkzeug-Kontaktzone frei — und bleibt dort, anstatt im Span abgeführt zu werden. Folge: Schneidentemperaturen bis 1.000°C treten bereits bei moderaten vc auf. Dazu kommt die hohe Affinität von Titan zu Werkzeugwerkstoffen (Diffusionsverschleiß) und die Federung des Materials (große elastische Recovery). Optimum: niedrige vc, hoher fz, viel Kühlmittel (Hochdruckkühlung 70–100 bar), VHM unbeschichtet oder AlTiN.

Im Gleichlauf bewegen sich Werkzeug und Vorschub in gleicher Richtung. Der Span beginnt dick und wird dünner — die Schnittkraft nimmt ab. Vorteil: bessere Oberfläche, geringere Werkzeugbelastung, empfohlen für VHM. Im Gegenlauf ist es umgekehrt: Span beginnt dünn, wird dicker. Der Fräser tendiert, das Material zu heben, was bei schlecht gespannten Werkstücken Probleme macht. Gegenlauf erzeugt mehr Wärme und höheren Verschleiß — historisch mit HSS bevorzugt, da kein Spiel im Spindeltrieb kompensiert werden muss.

Beim trochoidalen Fräsen (auch: Dynamic Milling, HPC) bewegt sich der Fräser auf einer kreisähnlichen Bahn durch das Material, statt volumetrisch einzutauchen. Radiales ae ist sehr klein (5–15 % des Fräserdurchmessers), axiales ap sehr groß (bis 2 × D). Vorteil: Die Wärme wird gleichmäßig über die volle Schneidenlänge verteilt, keine Wärmestau, sehr hohe Zerspanungsvolumina möglich. Werkzeugstandzeit 2–5× besser als konventionell. Voraussetzung: CAM-System mit trochoidal-Strategie und steife Maschine.

TiN (Titan-Nitrid): Universalbeschichtung, gold-gelb, bis 600°C — für Stahl und NE-Metalle. TiAlN / AlTiN: Höhere Warmhärte bis 900°C, violett/schwarz — ideal für Edelstahl, Stahl hochlegiert, Trockenbearbeitung. TiCN: Höhere Härte als TiN, besser für abrasive Materialien (Gusseisen). AlCrN: Oxidationsbeständig, für Hochtemperatur und Titan. Diamond-Like Carbon (DLC), poliert: Aluminium und Kupfer — kein Aufkleben. Unbeschichtet, poliert: Aluminium mit spröden Spänen und hoher Klebrigkeit.

Jeder Millimeter zusätzlicher Überstand (Länge vom Spannfutter bis Werkzeugspitze) reduziert die Steifigkeit der Werkzeugeinspannung erheblich — die Biegesteifigkeit sinkt mit der dritten Potenz des Überstands. Faustregel: Lösung bei mehr als 3× Werkzeugdurchmesser Überstand die Schnittdaten auf 60–70 % des Normwerts reduzieren, bei 5× auf ca. 40 %. Für tiefe Taschen sind verlängerte Schenkel-Fräser, reduzierter Schaftdurchmesser oder vibrationsgedämpfte Aufnahmen (z. B. Sandvik Silent Tools) die Lösung.

HSS (Schnellarbeitsstahl): Zäh, günstiger, toleriert Schwingungen und Fehleinstellungen besser. Schnittgeschwindigkeit bis ca. 60 m/min (Stahl). Gut geeignet für Gewindebohren, Sägen, Stufenbohrer. VHM (Vollhartmetall): Wesentlich härter und heißfester, erlaubt 3–10× höhere vc. Spröde — bricht bei Vibrationen oder ungünstigen Aufspannungen. Benötigt steife Maschinen, präzise Aufspannungen und gutes Kühlmittelmanagement. Für moderne CNC-Zentren ist VHM der Standard; HSS hat Vorteile bei einfachen Operationen mit manuellen Maschinen oder kritischen Schwingungen.

Kühlmittel erfüllt drei Aufgaben: Kühlen (Wärmeabfuhr), Schmieren (Reibungsreduzierung) und Spülen (Spanabfluss). Für Stahl und Edelstahl sind Kühlmittel-Emulsionen (5–8% Konzentration) Standard. Alternativen: Trockenbearbeitung mit speziell beschichteten VHM-Werkzeugen (kein Thermoshock beim Kühlmittelstrahl) und hohen vc; Minimalmengen-Schmierung (MMS) mit 5–50 ml/h Öl (10–100× weniger als Nass) — sehr gut für Aluminium und Gusseisen; Hochdruckkühlung (70–200 bar) für Titan, Inconel und tiefe Bohrungen — spült Späne forciert aus der Schnittzone.

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