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Druckverlust-Berechner

Rohrdruckverlust nach Darcy-Weisbach mit Colebrook-White-Gleichung — laminare und turbulente Strömung, Reynolds-Zahl, grafisches Strömungsprofil.

Wasser (20°C)
ρ=998 kg/m³ | ν=1.0e-6
Wasser (60°C)
ρ=983 kg/m³ | ν=4.7e-7
Thermoöl (80°C)
ρ=870 kg/m³ | ν=1.0e-5
Luft (20°C)
ρ=1.204 kg/m³ | ν=1.5e-5
Luft (200°C)
ρ=0.746 kg/m³ | ν=3.5e-5
Diesel
ρ=850 kg/m³ | ν=3.0e-6
Hydrauliköl
ρ=870 kg/m³ | ν=4.6e-5
0.08
Strömungsgeschwindigkeit (m/s)
4227
Reynolds-Zahl Re — turbulent
3.1
Druckverlust gesamt (mbar)
0.0031
Druckverlust (bar)
0.0396
Rohrreibungszahl λ
0.03
Druckhöhe (m WS)
Strömungsprofil (Rohrquerschnitt)
v = 0.08 m/sDN 50 mm — Re = 4227 (turbulent)Druckverlust:3.1 mbar / 0.0031 bar

Druckverlust in Rohrleitungen — Grundlagen der Strömungslehre

Jede Fluidströmung durch eine Rohrleitung ist mit Energieverlust verbunden. Reibung zwischen der Flüssigkeit und der Rohrwand sowie innere Viskositätskräfte „bremsen" das Fluid und erzeugen einen Druckabfall Δp entlang der Leitungslänge. Dieser Druckverlust muss vollständig durch die fördergebende Pumpe (oder das Drucknetz) aufgebracht werden und bestimmt damit Pumpenwahl, Energieverbrauch und Betriebskosten direkt.

Die fundamentale Berechnungsgrundlage ist die Darcy-Weisbach-Gleichung, benannt nach Henry Darcy (1857) und Julius Weisbach (1845) — sie ist für alle Strömungsregimes und alle Rohrdurchmesser gültig:

Δp = λ × (L / D) × (ρ × v² / 2) Δp [Pa] | λ = Rohrreibungszahl [-] | L = Rohrlänge [m] | D = Innendurchmesser [m] | ρ = Dichte [kg/m³] | v = Strömungsgeschwindigkeit [m/s]

Strömungsregimes — laminare und turbulente Strömung

Ob eine Strömung laminar oder turbulent ist, hängt von der Reynolds-Zahl Re ab — dem Verhältnis von Trägheitskräften zu Zähigkeitskräften. Sie ist der wichtigste dimensionslose Parameter der Strömungslehre:

Re = v × D / ν = v × D × ρ / η v = Geschwindigkeit [m/s] | D = Durchmesser [m] | ν = kinematische Viskosität [m²/s] | η = dynamische Viskosität [Pa·s]
Re-Bereich Strömungstyp Rohrreibungszahl λ Charakteristik
Re < 2.300Laminarλ = 64 / ReRuhige Schichtströmung, paraboles Profil
2.300–4.000ÜbergangsbereichinstabilWechsel zwischen laminar/turbulent
Re > 4.000TurbulentColebrook-WhiteChaotische Wirbelbewegung, flaches Profil
Re > 100.000Vollständig turbulentMoody, k/D abhängigKonstante λ unabhängig von Re
💡
Praxis-Tipp: Der Übergang zur voll turbulenten Strömung (hydraulisch rauer Bereich) liegt bei Re × k/D ≈ 200. Bei glatten Kupfer- oder PE-Rohren (k ≈ 0,0015 mm) und D = 25 mm tritt dies erst ab Re ≈ 3,3 Mio. auf — im Wasserbereich meistens nicht erreicht. Stahlrohre (k ≈ 0,05 mm) erreichen den vollständig turbulenten Bereich schon ab Re ≈ 100.000.

Colebrook-White-Gleichung — der Standard für turbulente Rohrlämung

Für turbulente Strömungen ist die Rohrreibungszahl λ nicht mehr frei berechenbar, sondern muss iterativ aus der Colebrook-White-Gleichung (1939) ermittelt werden. Unsere Berechnung löst diese implizit mit Newton-Raphson-Iteration:

1/√λ = −2 × lg(k/(3,71 × D) + 2,51/(Re × √λ)) k = äquivalente Sandrauhigkeit [m] | iterative Lösung in < 10 Schritten auf < 0,01 % Genauigkeit

Als einfache Näherung für viele Praxisfälle eignet sich die explizite Formel von Swamee und Jain (1976) mit Genauigkeit ±3 %: λ ≈ 0,25 / [lg(k/(3,7D) + 5,74/Re⁰·⁹)]²

Rauhigkeitswerte handelsüblicher Rohrmaterialien

Rohrmaterial Rauhigkeit k [mm] Typischer Druckverlust Hinweis
Glattes Kupfer / Edelstahl0,0015niedrigTrinkwasser, Heizung, Pharma
PE-X / PEX-Rohr0,007niedrig–mittelFußbodenheizung, Trinkwasser
Nahtloses Stahlrohr, neu0,05mittelMaschinenbau, Prozessleitungen
Stahlrohr, mäßig korrodiert0,3–0,7hochAlte Heizsysteme, Sanierungsbedarf
Gusseisenrohr, alt0,3–3,0sehr hochAltwasser, Druckverlust 3–5× höher
Betonrohr0,3–3,0sehr hochAbwasser, freie Druckrohre

Lokale Druckverluste — Widerstände durch Einbauten

Ein reales Rohrleitungsnetz besteht aus geraden Rohrstrecken und zahlreichen Formstücken: Bögen, T-Stücken, Reduzierungen, Ventilen und Einbauten. Jedes dieser Elemente erzeugt einen lokalen Druckverlust (Einzelwiderstand), berechnet über den dimensionslosen Widerstandsbeiwert ζ (Zeta):

Δp_lokal = ζ × ρ × v² / 2 Jedes Formstück addiert ζ × dynamischen Druck zum Gesamtdruckverlust
Formstück / Einbau ζ-Wert Anmerkung
90°-Bogen, standardmäßig1,3–1,5Je kleiner R/D, desto höher
90°-Bogen, Langbogen (R/D=3)0,3–0,4Wesentlich druckverlustärmer
T-Stück (Durchgang)0,3–0,6Abhängig von Teilungsverhältnis
T-Stück (Abzweig)0,7–1,5Deutlich höherer Verlust
Einlauf, scharfkantig0,5Rohr aus Tank gesaugt
Schieber (ganz offen)0,1–0,3Variiert je Typ
Kugelhahn (ganz offen)0,05–0,1Geringster Widerstand
Rückschlagventil1,5–5,0Je nach Typ enorme Verluste
Plattenwärmetauscher3–30Stark abhängig von Durchflussmenge

Fluideigenschaften — Dichte und Viskosität

Die Viskosität ist temperaturabhängig und hat erheblichen Einfluss auf den Druckverlust. Öl bei 40°C ist ca. 60× zähflüssiger als Wasser und erzeugt bei gleicher Geschwindigkeit deutlich höhere Druckverluste. Dies macht die Betriebstemperatur zur kritischen Auslegungsgröße für Hydrauliksysteme.

Fluid Dichte ρ [kg/m³] Kin. Viskosität ν [mm²/s] Temperatur
Wasser, kalt9991,020°C
Wasser, warm9830,4860°C
Thermoöl VG 328703240°C
Hydrauliköl HLP 468754640°C
Luft, kalt1,2913,310°C
Diesel8405,020°C
ℹ️
Hydrauliköl-Hinweis: Bei Hydraulikanlagen mit Druckbegrenzungsventilen und langen Versorgungsleitungen kann der Druckverlust in der Leitung 20–40 bar betragen — das ist ein erheblicher Anteil am Systemdruck. Die Rohrleitungsplanung von Hydrauliksystemen ist daher kein Nebenschauplatz, sondern ein zentraler Teil der Anlagenauslegung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Für Trinkwasserleitungen empfiehlt DIN 1988-300 (TRWI): max. 2,0 m/s im Hauptstrang, max. 1,5 m/s für Stockwerksleitungen, max. 1,0 m/s für Anschlussleitungen ab DN 15. Für Heizungsleitungen gilt VDI 2035 mit max. 1,0 m/s empfohlen — höhere Geschwindigkeiten steigern Erosionskosrosion an Bögen und Schallübertragung. Für Zirkulationsleitungen sind 0,2–0,5 m/s optimal (Legionellenschutz).

In der Darcy-Weisbach-Gleichung steckt der dynamische Druck ρv²/2, der quadratisch mit der Geschwindigkeit steigt. Bei turbulenter Strömung gilt λ ≈ const. (nahezu unabhängig von Re im vollständig rauen Bereich) — daher skaliert Δp tatsächlich mit v². Praxisbeispiel: Verdopplung der Pumpenleistung zum Erzielen von √2-facher Fördergeschwindigkeit — der Druckverlust verdoppelt sich dabei. Verdopplung der Fördermenge (gleicher Querschnitt) → Druckverlust ×4.

Für ein komplexes Rohrnetz gilt: (1) Jeden Strang in Segmente mit gleichem Durchfluss zerlegen; (2) Für jedes Segment Δp_gerade + Σ(Δp_lokal) berechnen; (3) In Reihenschaltung addieren sich alle Druckverluste; (4) In Parallelschaltung müssen die Druckverluste jedes Zweiges gleich sein (sonst sind die Volumenströme falsch angenommen). Iterationsverfahren wie die Hardy-Cross-Methode oder Rohrnetz-Softwaretools (EPANET, Pipenet) lösen große Netze systematisch.

Druckverlust Δp [Pa oder bar] ist die Druckdifferenz durch Strömungswiderstände. Die Förderhöhe H [m WS = Meter Wassersäule] ist eine pumpenspezifische Größe: H = Δp / (ρ × g). Für Wasser: 1 bar ≈ 10,2 m WS. Die Pumpe muss alle Druckverluste + geodätische Höhenunterschiede + Druckunterschiede zwischen Saugseite und Druckseite in ihrer Förderhöhe aufbringen.

Kalkablagerungen verringern den effektiven Innendurchmesser und erhöhen die Rauhigkeit drastisch. Ein 1 mm dicker Kalkbelag in einem DN 20-Rohr reduziert den Querschnitt um ca. 19 % — der Druckverlust steigt um ca. 30–40 %. Bei DN 15 mit 2 mm Kalkring verliert das Rohr über 40 % seines Querschnitts, der Druckverlust vervierfacht sich gegenüber dem Neuzustand. In Heizkreisen sorgen Ablagerungen damit für erhöhten Pumpenstrom und reduzierte Heizleistung.

Bei einem kurzradigen 90°-Bogen (R/D ≈ 1) trennt sich die Strömung an der Innenseite des Bogens ab — es entstehen starke Sekundärströmungen und Wirbelzonen mit ζ ≈ 1,5. Bei einem Langbogen (R/D = 3–5) folgt die Strömung dem Wandverlauf ohne Ablösung: ζ sinkt auf 0,3–0,4. Für Rohrleitungen mit vielen Bögen (z. B. Heizungsverteiler) ist der Einsatz von Langbögen eine der effektivsten Maßnahmen zur Druckverlustminimierung ohne Rohrdurchmesseränderung.

Da Δp ~ 1/D⁵ (Kombination von v=Q/A ~ 1/D² und L/D-Term), halbiert eine Durchmesservergrößerung um 26 % (Faktor 1,26) den Druckverlust und damit die Pumpenenergie. Die Investitionskosten für größere Rohre sind schnell amortisiert, wenn Pumpen dauerlaufen. Faustregel: Bei Rohrleitungen mit >3.000 h Jahresbetrieb und >5 kW Pumpenleistung ist eine Durchmesseroptimierung immer wirtschaftlich zu prüfen — Energiekosten-Einsparungen von 15–40 % sind möglich.

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