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Dachflächen-Rechner

Dachfläche, Sparrenlänge, Materialkosten — mit interaktiver 3D-Dachansicht und kompletter Materialliste.

35°
35°
137.5
m² Dachfläche
3.08
m Firsthöhe
5.37
m Sparrenlänge
6.2
t Gesamtgewicht
17
Sparren (alle 80cm)
3D-Dachansicht — Satteldach12 m8 mFirsthöhe: 3.08 m │ Sparren: 5.37 m137.5 m² Dachfläche
Materialübersicht
Tondachziegel
1513 Ziegel
137.5 m²~3438 €
Dämmung
200 mm
27.5 m³~3300 €
Traglattung
30×50 mm
413 lfm~619 €
Sparren
5.4 m lang
17 Stk.~731 €
Gesamtkosten Material:~8087 €

Dachfläche berechnen — Grundlage für Material­planung und Kosten­kalkulation

Die exakte Berechnung der Dachfläche ist der erste Schritt bei jeder Dachsanierung, jedem Neubau und jeder Solaranlagen-Planung. Ob Dachdecker, Zimmerer oder Bauherr — wer die tatsächliche Fläche inklusive Dachneigung, Überstand und Dachaufbauten kennt, kann Materialmengen punktgenau bestellen und vermeidet teure Nachbestellungen oder überflüssigen Verschnitt. Unser Dachflächen-Rechner liefert Ihnen Sparrenlänge, Gesamtfläche und Materialbedarf in Sekundenschnelle für alle gängigen Dachformen.

Warum die Dachfläche wichtig ist

Die projizierte Grundfläche eines Gebäudes ist nicht gleich der Dachfläche. Durch die Neigung vergrößert sich die tatsächlich einzudeckende Oberfläche erheblich. Bei einem Satteldach mit 45° Neigung ist die Dachfläche bereits rund 41 % größer als die Grundfläche. Wer diesen Faktor ignoriert, bestellt zu wenig Material — oder kalkuliert Photovoltaik-Anlagen mit überhöhtem Ertrag.

Formeln zur Dachflächen­berechnung nach Dachtyp

Satteldach (Giebeldach)

Das Satteldach ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Dachform. Es besteht aus zwei symmetrischen, geneigten Dachflächen, die am First aufeinandertreffen.

A = 2 × Sparrenlänge × (Trauflänge + 2 × ÜberstandOrtgang) Satteldach — Gesamtfläche beider Dachseiten

Pultdach

Ein Pultdach besitzt nur eine geneigte Fläche und wird häufig bei Anbauten, Garagen oder modernen Einfamilienhäusern eingesetzt.

A = Sparrenlänge × (Trauflänge + 2 × ÜberstandSeite) Pultdach — eine Dachfläche

Walmdach

Beim Walmdach sind alle vier Seiten geneigt. Die Berechnung erfolgt aus zwei Trapezflächen (Traufseiten) und zwei Dreiecksflächen (Giebelseiten).

A = 2 × ½ × (First + Traufe) × SparrenlängeTraufseite + 2 × ½ × TraufeGiebel × SparrenlängeWalm Walmdach — Summe aus Trapez- und Dreiecksflächen

Flachdach

Ein Flachdach hat per Definition eine Neigung von maximal 5°. Die Fläche entspricht nahezu der Grundfläche, es empfiehlt sich trotzdem ein Aufmaß inklusive Attika-Aufkantung.

A ≈ Gebäudelänge × Gebäudebreite Flachdach — annähernd gleich der Grundfläche

Übersicht: Dachformen und Berechnungs­grundlagen

DachformFlächen­anzahlFormel­ansatzTypische Neigung
Satteldach22 × Sparrenlänge × Trauflänge25°–45°
Pultdach1Sparrenlänge × Trauflänge10°–35°
Walmdach42 Trapeze + 2 Dreiecke25°–40°
Krüppelwalmdach42 Trapeze + 2 Trapeze (kurz)25°–45°
Flachdach1Länge × Breite0°–5°
Mansarddach4Steile + flache Fläche pro Seite60°–75° / 20°–30°

Dachneigung: Grad vs. Prozent

In der Praxis werden Dachneigungen sowohl in Grad (°) als auch in Prozent (%) angegeben. Die Umrechnung erfolgt über den Tangens:

Neigung [%] = tan(Neigung [°]) × 100 Beispiel: 30° ≈ 57,7 %
💡 Auf Bauplänen und in Ausschreibungen ist die Angabe in Grad üblich, während Gefälleangaben bei Flachdächern meist in Prozent erfolgen.

Mindest­dachneigung je Eindeckung

Jede Dacheindeckung erfordert eine bestimmte Mindestneigung, damit Regenwasser sicher abgeleitet wird und keine Feuchteschäden entstehen. Die Werte stammen aus den Fachregeln des ZVDH (Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks).

EindeckungMindest­neigungHinweis
Tondachziegel22°Falzziegel ab 28° ohne Zusatzmaßnahmen
Betondachsteine18°Regeldachneigung 25°
Schiefer22°–25°Je nach Deckart (altdeutsch, Bogenschnitt)
Bitumenschindeln15°Selbstklebende Bahnen ab 5°
Stehfalz-BlechIdeal für flache Neigungen
Wellblech / Trapezblech5°–7°Überlappung beachten

Dacheindeckung — Gewicht und Verschnitt

Das Gewicht der Eindeckung beeinflusst die Statik des Dachstuhls. Der Verschnittfaktor gibt an, wie viel zusätzliches Material Sie über die Nettofläche hinaus einplanen sollten — durch Überlappungen, Schnitte an Graten und Kehlen sowie Bruch.

MaterialGewicht ca. kg/m²VerschnittLebensdauer
Tondachziegel40–555–8 %60–100 Jahre
Betondachstein40–505–7 %40–60 Jahre
Naturschiefer25–3515–25 %80–150 Jahre
Stehfalz-Blech (Zink/Alu)5–83–5 %40–80 Jahre
Bitumenschindeln8–155–10 %20–35 Jahre
Faserzement-Platten15–208–12 %30–50 Jahre
⚠️ Bei Naturschiefer liegt der Verschnitt deutlich höher als bei industriell gefertigten Eindeckungen. Planen Sie bei Altdeutscher Deckung bis zu 25 % Mehrbedarf ein.

Sparrenlänge aus Dachneigung berechnen

Die Sparrenlänge ist der Abstand vom Traufpunkt bis zum First, gemessen entlang der Dachschräge. Sie wird über die halbe Gebäudebreite und die Dachneigung bestimmt:

Sparrenlänge = (Gebäudebreite / 2 + Dachüberstand) / cos(α) α = Dachneigung in Grad

Beispiel: Bei einer Gebäudebreite von 10 m, einem Dachüberstand von 0,50 m und 35° Neigung ergibt sich:
Sparrenlänge = (5,00 + 0,50) / cos(35°) = 5,50 / 0,8192 ≈ 6,71 m.

ℹ️ Die Firsthöhe berechnen Sie mit: Firsthöhe = (Gebäudebreite / 2) × tan(α). Im Beispiel: 5,00 × tan(35°) ≈ 3,50 m.

Schritt für Schritt: Satteldach-Fläche und Material berechnen

  1. Gebäudemaße aufnehmen: Messen Sie Gebäudebreite (Traufseite) und Gebäudelänge (Giebelseite). Vergessen Sie den Dachüberstand nicht — er beträgt in der Regel 30–60 cm an der Traufe und 20–40 cm am Ortgang.
  2. Dachneigung festlegen: Entnehmen Sie die Neigung dem Bauplan oder messen Sie am bestehenden Dach mit einer Wasserwaage und einem Zollstock (Steigung auf 1 m Horizontale).
  3. Sparrenlänge berechnen: Nutzen Sie die Formel Sparrenlänge = (Breite/2 + Überstand) / cos(α). Bei 12 m Breite, 0,40 m Überstand und 30°: (6,00 + 0,40) / cos(30°) = 6,40 / 0,866 ≈ 7,39 m.
  4. Trauflänge bestimmen: Gebäudelänge + 2 × Ortgangüberstand. Bei 15 m Länge und je 0,30 m: 15,60 m.
  5. Dachfläche ermitteln: 2 × 7,39 m × 15,60 m = 230,6 m².
  6. Abzüge und Zuschläge: Ziehen Sie Dachfenster- und Schornsteinflächen ab, addieren Sie den materialspezifischen Verschnitt (z. B. 7 % bei Tondachziegeln).
  7. Materialbedarf berechnen: 230,6 m² × 1,07 (Verschnitt) = 246,7 m². Bei ca. 10 Ziegeln/m² benötigen Sie rund 2 470 Ziegel.

Dachfenster und Gauben berücksichtigen

Dachfenster und Gauben unterbrechen die durchgängige Dachfläche. Dennoch sinkt der Gesamt-Materialbedarf dadurch kaum, da rund um Fenster und Gauben aufwändige Anschlüsse und Kehlen entstehen, die den Verschnitt erhöhen.

🪟

Dachflächenfenster

Fensterfläche abziehen, aber 0,5 m Randstreifen umlaufend als Verschnitt hinzurechnen. Eindeckrahmen und Anschlussziegel separat bestellen.

🏠

Schleppgaube

Seitenwangen und Gaubendach einzeln berechnen. Die Kehle zur Hauptdachfläche erfordert ca. 15 % Mehrverschnitt in diesem Bereich.

📐

Spitzgaube

Zwei Dreiecksflächen plus First berechnen. Der Kehlanschluss ist besonders verschnittintensiv — planen Sie bis zu 20 % Materialzuschlag ein.

☀️

Solar-/PV-Anlage

Module ersetzen keine Dachziegel, sondern werden darüber montiert. Berechnen Sie die volle Dachfläche; die nutzbare Modulfläche ist die Netto-Dachfläche abzüglich Rand und Verschattung.

💡 Faustregel: Pro Dachflächenfenster ca. 8–12 Kehlanschlussziegel einplanen. Bei zwei oder mehr Gauben lohnt es sich, den Verschnittzuschlag pauschal um 3–5 % zu erhöhen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ermitteln Sie die Sparrenlänge über (Gebäudebreite/2 + Überstand) / cos(Neigung) und multiplizieren Sie diese mit der Trauflänge. Für ein Satteldach verdoppeln Sie das Ergebnis, da zwei identische Dachflächen vorhanden sind.

Die Grundfläche ist die horizontale Projektion des Gebäudes. Die Dachfläche ist die tatsächlich geneigte Fläche und immer größer als die Grundfläche — je steiler das Dach, desto größer der Unterschied.

An der Traufe sind 30–60 cm üblich, am Ortgang 20–40 cm. Der Überstand schützt die Fassade vor Schlagregen und sollte in die Flächenberechnung einfließen.

In Deutschland liegt die optimale Neigung für PV-Module bei 30°–35° nach Süden. Auch bei Ost-West-Ausrichtung lohnt sich PV — der Minderertrag gegenüber Süd beträgt nur 10–15 %.

Gauben verringern die Hauptdachfläche minimal, erzeugen aber durch Kehlen und Anschlüsse zusätzlichen Verschnitt. Rechnen Sie pro Gaube mit 3–5 % Mehrbedarf an Eindeckmaterial.

Tondachziegel wiegen je nach Modell 40–55 kg/m². Betondachsteine liegen bei 40–50 kg/m². Für die Statik des Dachstuhls ist das Gesamtgewicht inklusive Lattung und Unterspannbahn entscheidend.

Ja. Ohne Verschnittzuschlag fehlen Ihnen Ziegel an Graten, Kehlen und Ortgängen. Rechnen Sie mindestens 5 % bei einfachen Dachformen und bis zu 15–25 % bei Schiefer oder komplexen Dächern.

Bei korrekten Eingabewerten liegt die Abweichung unter 2 %. Für die Ausführungsplanung sollte dennoch ein Aufmaß vor Ort erfolgen, um Unregelmäßigkeiten im Gebäude zu erfassen.

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