Für die Mengenplanung von Estrich brauchst du die Fläche, die vorgesehene Schichtdicke und den Trockenmaterialverbrauch des verwendeten Produkts. Daraus lässt sich eine Orientierung für den Sackbedarf berechnen. Die Eignung des Aufbaus und die tatsächliche Schichtdicke ersetzt diese Rechnung nicht.
Estrichbedarf pro m² und als Sackzahl berechnen
- Fläche ermitteln: Länge und Breite in Metern multiplizieren.
- Volumen berechnen: Fläche mit der geplanten Dicke in Metern multiplizieren.
- Reserve ergänzen: Verluste und Unebenheiten berücksichtigen; im Rechner sind 5 % voreingestellt und veränderbar.
- Trockenbedarf berechnen: Das Volumen inklusive Reserve mit dem Trockenverbrauch der gewählten Sackware multiplizieren.
- Säcke aufrunden: Den Trockenbedarf durch das Sackgewicht teilen und auf ganze Säcke aufrunden.
Formel: Trockenbedarf (kg) = Fläche (m²) × Dicke (m) × (1 + Reserve / 100) × Trockenverbrauch (kg/m³).
Beispiel: 25 m² bei 6 cm
Für die Rechnung nehmen wir 5 % Reserve und einen beispielhaften Verbrauch von 2.000 kg Trockenmaterial je m³ Fertigmaterial an:
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Volumen ohne Reserve | 25 m² × 0,06 m | 1,5 m³ |
| Volumen mit Reserve | 1,5 m³ × 1,05 | 1,575 m³ |
| Trockenmaterial | 1,575 m³ × 2.000 kg/m³ | 3.150 kg |
| Ganze Säcke | 3.150 kg ÷ 25 kg | 126 Säcke |
Der Beispielverbrauch entspricht einer Ergiebigkeit von 12,5 Litern je 25-kg-Sack. Das nennt etwa der Hersteller für TRIMIX Beton/Estrich. Andere Produkte haben andere Verbrauchswerte; eine Eignung für deinen Bodenaufbau ergibt sich aus dem Rechenbeispiel nicht.
Mit dem Estrichrechner kannst du Fläche, Dicke, Reserve, Sackgröße und Produktverbrauch anpassen. Die angezeigte Wasserzahl ist eine Schätzung für alle berechneten vollen Säcke; maßgeblich ist die Wasserzugabe des gewählten Produkts.
Welche Schichtdicke ist richtig?
Die zulässige Dicke hängt unter anderem von Estrichart, Festigkeitsklasse, Untergrund, Dämmung, Nutzlast und möglicher Fußbodenheizung ab. Die Vorgaben des Produkts und die Fachplanung für den konkreten Bodenaufbau sind entscheidend. Ein Mengenrechner kann keine Mindestdicke oder Tragfähigkeit festlegen.
Bei Ausgleichsmassen unterscheiden sich die zulässigen Dicken ebenfalls je nach Produkt. Das im Rechner genannte Beispiel ARDEX K 36 NEU ist laut Hersteller für 3 bis 30 mm vorgesehen.
Estricharten und Trocknung
- Zementestrich: Zementgebundenes System; Verarbeitung und Eignung richten sich nach dem konkreten Produkt und Aufbau.
- Calciumsulfatestrich: Ein alternatives System, dessen Eignung bei Feuchtebeanspruchung und Abdichtung geprüft werden muss.
- Fließestrich: Fließfähig verarbeiteter Estrich, dessen Bindemittel und Eigenschaften vom Produkt abhängen.
- Trockenestrich: Verlegte Estrichelemente statt anzumischender Sackware; die Sackrechnung ist dafür nicht geeignet.
Begehbarkeit und Belegreife sind nicht dasselbe. Sie hängen von Produkt, Dicke, Raumklima und späterem Belag ab. Vor dem Verlegen des Belags die Herstellerangaben und die für den Aufbau erforderliche Feuchtemessung beachten. Bei Fußbodenheizung das passende Aufheizprotokoll mit dem Fachbetrieb abstimmen.
Kosten planen
Für eine belastbare Schätzung multiplizierst du die benötigte Anzahl ganzer Säcke mit dem aktuellen Sackpreis. Hinzu kommen je nach Projekt beispielsweise Lieferung, Vorbereitung des Untergrunds, Dämmung, Randstreifen, Arbeitszeit und gegebenenfalls fachgerechter Einbau. Für größere Mengen kann ein Angebot für Transport- oder Fließestrich sinnvoll sein.
Die Kosten und die Trocknungsdauer werden vom Estrichrechner nicht automatisch prognostiziert. Wenn anschließend ein Fliesenbelag geplant ist, hilft der Fliesen-Bedarfsrechner bei einer separaten Materialschätzung.